Mission Kernfusion

Ministerpräsident Söder (2.v.r), Wissenschaftsminister Blume (r.), die wissenschaftliche Direktorin des IPP Prof. Dr. Günter (2.v.l.) und der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Weigert (l.) in der Forschungsanlage des IPP im September 2023 (© Axel König/StMWK)
Ministerpräsident Söder (2.v.r), Wissenschaftsminister Blume (r.), die wissenschaftliche Direktorin des IPP Prof. Dr. Günter (2.v.l.) und der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Weigert (l.) in der Forschungsanlage des IPP im September 2023 (© Axel König/StMWK)

Bayern geht seit September 2023 beim Thema Energieerzeugung neue Wege:

Mit der „Mission Kernfusion“ intensiviert der Freistaat die Fusionsforschung mit dem Ziel, eine neue, CO2-neutrale, vom Zugang zu Rohstoffen weitgehend unabhängige und allzeit verfügbare sowie langfristig wirtschaftlich tragfähige Energiequelle zu schaffen.

Derzeit werden weltweit die physikalischen Grundlagen und technologischen Voraussetzungen für ein Fusionskraftwerk erforscht, das – ähnlich wie die Sonne – Energie aus der Verschmelzung von leichten Atomkernen gewinnen soll. Zu den wichtigsten Ansätzen zählen dabei die Magnetfusion sowie die Laser- bzw. Trägheitsfusion.

Bayern verfügt bereits heute über umfassende Kompetenzen in fusionsrelevanten Technologien, etwa am Max‑Planck‑Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching, das zu den weltweit führenden Zentren der Magnet‑Fusionsforschung zählt. Hinzu kommen u. a. der CALA‑Laser an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie bayerische Beteiligungen an europäischen und internationalen Großprojekten. Mehrere vielversprechende Start-ups sind eine Besonderheit der bayerischen Fusions-Landschaft.

Diese hervorragende Ausgangsposition soll in einen technologischen und wirtschaftlichen Wettbewerbsvorteil zum Nutzen der bayerischen Bürgerinnen und Bürger umgesetzt werden. So soll die Kernfusion langfristig ein zentraler Baustein einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung werden und Bayerns Rolle als Hochtechnologiestandort stärken.

 

Masterplan und Expertenkommission Kernfusion

Unter Einbezug einschlägiger Expertinnen und Experten verfolgt die Bayerische Staatsregierung mit dem im Jahr 2023 veröffentlichten „Masterplan Kernfusion“ einen technologieoffenen Ansatz zur Förderung der Kernfusion und neuartiger Kerntechnologien.

Eine unabhängige Kommission aus Expertinnen und Experten mit exzellenter Expertise aus Wissenschaft und Wirtschaft legte am 11. Februar 2025 Empfehlungen zur Umsetzung des Masterplans vor, der sich derzeit in der Umsetzung befindet.

Die Expertenkommission (von links): Prof. Dr. Wim Leemans, Dr. Antonia Schmalz, Prof. Dr. Tony Donné, Prof. Dr. Gerd Leuchs, Dr. Thomas Mull, Prof. Dr. Stefan WIll, Prof. Dr. Christian Linsmeier, Prof. Dr. Robert Schlögl (Vorsitzender), Prof. Dr. Reinhard Kienberger, Prof. Dr. Sibylle Günter, Prof. Dr. Winfried Petry, Prof. Dr. Jan Wörner, Prof. Dr. Jörg Schreiber, Oliver Buck, Prof. Dr. Karen Pittel (© StMWK)
Die Expertenkommission (von links): Prof. Dr. Wim Leemans, Dr. Antonia Schmalz, Prof. Dr. Tony Donné, Prof. Dr. Gerd Leuchs, Dr. Thomas Mull, Prof. Dr. Stefan WIll, Prof. Dr. Christian Linsmeier, Prof. Dr. Robert Schlögl (Vorsitzender), Prof. Dr. Reinhard Kienberger, Prof. Dr. Sibylle Günter, Prof. Dr. Winfried Petry, Prof. Dr. Jan Wörner, Prof. Dr. Jörg Schreiber, Oliver Buck, Prof. Dr. Karen Pittel (© StMWK)

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Einbindung in die Hightech‑Agenda Deutschland

Die Kernfusion ist inzwischen auch auf der Bundesebene als strategische Zukunftstechnologie fest verankert. Im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland ist die Kernfusion eine von sechs zentralen Schlüsseltechnologien der deutschen Innovationsstrategie.

Dabei sollen Forschung, Demonstrationsprojekte und regulatorische Rahmenbedingungen so dimensioniert und kombiniert werden, dass Deutschland im globalen Wettbewerb um Fusionskompetenzen langfristig eine führende Rolle entlang der gesamten Wertschöpfungskette übernehmen kann. Ziel ist es, das weltweit erste kommerzielle Fusionskraftwerk in Deutschland zu entwickeln.

Zur Umsetzung dieses Ziels möchte die Bundesregierung in einem Aktionsplan Fusion spezialisierte Fusions-Hubs aufbauen (für Magnet- und Laserfusion sowie für Brennstoffe und Materialien), um die Kompetenzen aus Wissenschaft und Wirtschaft gezielt zu bündeln.

Bayern bringt seine Stärken aktiv in diese nationalen Vorhaben ein und strebt eine enge Abstimmung mit den Programmen des Bundes an.

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Länderallianz für Fusionsforschung

Um Synergien gezielt zu nutzen und Doppelstrukturen zu vermeiden, engagiert sich Bayern seit Oktober 2025 zudem in einer Länderallianz für die Fusionsforschung. In dieser Allianz koordinieren sieben Bundesländer ihre geplanten Aktivitäten, etwa beim Aufbau von Forschungsinfrastrukturen, bei der Qualifizierung von Fachkräften und bei der Kooperation mit Industrie und Start‑ups.

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