Pressemitteilung Nr. 51 vom 10.07.2026 Große Hochschulbau-Offensive: Über 120 Sanierungsmaßnahmen an Hochschulen in ganz Bayern

Wissenschaftsminister Markus Blume gibt Projekte in den einzelnen Regionen bekannt – von Dachsanierungen bis zur Energie-Effizienz – erste Maßnahmen bereits umgesetzt

MÜNCHEN. An Bayerns Hochschulen startet eine große Sanierungsoffensive: Über 120 Maßnahmen werden quer durch den Freistaat in Angriff genommen, wie Wissenschaftsminister Markus Blume heute in München bekannt gab. „Bilder von undichten Dächern, gesperrten Räumen und maroden Hörsälen sollen definitiv der Vergangenheit angehören. Unsere Hochschulen haben drängende Sanierungsfälle gemeldet, die wir im Rahmen unserer Hochschulbau-Offensive jetzt zügig angehen – und zwar ergänzend zu dem, was ohnehin geplant ist. Erste kleinere Maßnahmen sind bereits umgesetzt“, erklärte Blume. Gleichzeitig verwies er auf den aktuellen Bau-Boom an den Hochschulen und die große Menge an voll intakten Gebäuden, die der Hochschulfamilie eine moderne Arbeitsumgebung bieten.

Der Freistaat bewirtschaftet allein im Hochschulbereich eine sehr große Zahl an Gebäuden mit einer Gesamtfläche von rund 6,6 Mio. Quadratmeter Bruttogeschossfläche – das sind etwa 920 Fußballfelder. Rund die Hälfte der Gebäude sind dabei älter als 50 Jahre. Dementsprechend stehen bei der Sanierungsoffensive Mängel im Vordergrund, die durch Alterung, nicht mehr zeitgemäße Technik oder veränderte Anforderungen entstanden sind.

Von Dachsanierungen bis zur Energie-Effizienz

So werden an rund 30 Standorten Dächer saniert, darunter an der Uni Regensburg am Chemie- bzw. Pharmazie-Gebäude für rund 4,1 Mio. Euro und an der TH Deggendorf ein Folienflachdach für rund drei Mio. Euro. An etwa 15 Orten werden Fassaden bzw. Fenster erneuert - an der Hochschule München sind dafür beispielsweise rund vier Mio. Euro für die Sanierung der Fassade des Gebäudes A eingeplant. Daneben werden an vielen Gebäuden Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Hygiene umgesetzt: Beispielsweise werden an der Uni Augsburg Lüftungs- und Sanitäranlagen für über drei Mio. Euro und Sanitäranlagen an der HAW Coburg für rund zwei Mio. Euro saniert. Auch Mensen und Bibliotheken werden an rund zehn Standorten in Angriff genommen, darunter die Uni-Bibliotheken der FAU Erlangen-Nürnberg für 3,1 Mio. Euro und der Uni Würzburg für 4,5 Mio. Euro sowie die Mensen an der Uni Bayreuth und der TH Ingolstadt für 5,5 bzw. drei Mio. Euro.

Insgesamt belaufen sich die Sanierungsmaßnahmen an Hochschulen in Oberbayern auf rund 150 Mio. Euro für knapp 50 Maßnahmen, in Mittelfranken auf rund 52 Mio. Euro für etwa 20, in der Oberpfalz auf rund 47 Mio. Euro für etwa 15, in Unterfranken auf rund 40 Mio. Euro für knapp 15, in Oberfranken auf rund 22 Mio. Euro für zehn, in Schwaben rund 18 Mio. Euro für ebenfalls zehn und in Niederbayern auf rund elf Mio. Euro für sechs Maßnahmen.

Erste Maßnahmen bereits umgesetzt

Bereits angegangen wurden über 20 kleinere Maßnahmen, auf die der Landesstudierendenrat (BayStuRa) im Dezember vergangenen Jahres im Rahmen einer Fotoausstellung hingewiesen hatte. „Von den 25 gezeigten Mängeln an verschiedenen Hochschulen, darunter undichte Stellen, fehlende Ausstattung und weitere Herausforderungen, sind bereits über 80 Prozent behoben oder in der Umsetzung. Ich bin dem Landesstudierendenrat dankbar dafür, dass er den Finger in die Wunde gelegt hat. Wir haben die Hinweise sehr ernst genommen und direkt 142 Millionen Euro für kleinere Baumaßnahmen zur Verfügung gestellt“, so Wissenschaftsminister Blume. Lediglich vier Maßnahmen müssen vorerst zurückgestellt werden, weil das Gebäude nicht dem Freistaat gehört oder es sich nur um kosmetische Mängel handelt.

Die Sprecher des Bayerischen Landesstudierendenrats Amir Hasukic, Sabine Kamintzky und Moritz Schmid freuten sich bei einem Gespräch mit Minister Blume über die Vollzugsmeldung und die weiteren Pläne: „Mit der Kunstaustellung konnten wir die baulichen Defizite an den bayerischen Hochschulen sichtbar machen. Wenn bauliche Mängel Menschen ausschließen oder einschränken, geht es um weit mehr als nur um Gebäude – es geht um Gesundheit, Inklusion und Chancengerechtigkeit. Deshalb muss der jahrelange Sanierungsstau an den Hochschulen nachhaltig abgebaut werden. Die Hochschulbauoffensive ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.”

Rund eine Milliarde Euro für Sanierungen und Neubauten

„Wir wollen die aufgelaufenen Sanierungsbedarfe schnell, unbürokratisch und zielgerichtet angehen und gleichzeitig größere Neubaumaßnahmen beschleunigen, um unsere Hochschulen in ganz Bayern jetzt fit für die Zukunft zu machen. Deshalb starten wir mit einer Milliarde Euro eine umfassende Hochschulbau-Offensive – ergänzend zu den bisher schon vorgesehenen Mitteln für den Hochschulbau“, erklärte Blume. Zudem sei eine Baureform bereits angestoßen, auch um den Bauunterhalt mittelfristig besser in den Griff zu bekommen.

Die jetzt gestartete Hochschulbau-Offensive besteht aus dem genannten Sanierungs- sowie einem Schnellbauprogramm. Sie wird sowohl aus dem bayerischen Anteil am Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz als auch aus dem Schnellbauprogramm des Bundes gespeist.

 

Kathrin Gallitz, Pressesprecherin, 089 2186 2057

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